Jedes Jahr fin­det in Bonn der Abra­Pa­la­bra-Geschich­ten­wett­be­werb statt.
Infos zum Geschich­ten­wett­be­werb gibt es unter die­sem Link

In die­sem Jahr wur­den auch von der Micha­el­schu­le Geschich­ten ein­ge­reicht und im dies­jäh­ri­gen Abra­Pa­la­bra-Buch ver­öf­fent­licht. Eini­ge Kin­der der Micha­el­schu­le stel­len Ihnen aber auch an die­ser Stel­le die eige­nen Geschich­ten zur Ver­fü­gung. Viel Spaß beim Lesen!

Mein Socken­mons­ter Mirakuli

Hal­lo, ich hei­ße Miri­am, bin 9 Jah­re alt und besit­ze etwas Beson­de­res. Denkt nicht, dass ich eine Fee oder eine Eule habe. Ich habe etwas Flau­schi­ges, Knall­grü­nes und total Süßes. Die­ses Süße trägt den Namen Mirakuli.

Ich wer­de euch jetzt erzäh­len, wie Mira­ku­li zu mir gekom­men ist.

Kürz­lich weck­te mei­ne Mut­ter mich mor­gens auf. Ich stieg aus mei­nem gemüt­li­chen Bett und zog mich lang­sam an. Als ich mei­ne Socken anzog, stutz­te ich. Was war das? Eine Stim­me sag­te: „Aua, das tut weh! Geh raus aus der Socke!“ Sofort zog ich mei­nen Fuß aus der Socke zurück. Dum­mer­wei­se stieß ich dabei mit dem Knie an mei­nen Sta­pel Bücher, die ich neben mei­nem Bett gesta­pelt hat­te. Die Bücher fie­len her­un­ter: „O jeh!“ Alle Bücher lagen durch­ein­an­der im Zim­mer her­um. Da schob sich plötz­lich etwas aus mei­ner Socke her­aus, es war grün, klein, mit einer fre­chen Stups­na­se mit­ten im Gesicht, vier run­de, klei­ne Knopf­au­gen, zwei klei­ne Öhr­chen und einen ent­zü­cken­den Puschel­schwanz, der blau war, kurz­um: Das klei­ne merk­wür­di­ge Ding sah sehr süß aus. Es frag­te: „Alles gut bei dir? Tut dir etwas weh?“ Ich stot­ter­te: „A‑l-l-e‑s gut! Wer bist du?“ „Ich bin Mira­ku­li, ein Socken­mons­ter!“ „Was ist ein Socken­mons­ter?“, frag­te ich ungläu­big. „Was für eine Fra­ge!“, ent­geg­ne­te das Socken­mons­ter. „Ein Socken­mons­ter ist natür­lich ein Mons­ter, wie der Name schon sagt, aber natür­lich ein Mons­ter von der lie­be­ren Art!“, erklär­te mir Mirakuli.

Mira­ku­li und ich wur­den uns immer sym­pa­thi­scher, und wir ver­brach­ten viel Zeit mit­ein­an­der. Eines Abends war Mira­ku­li plötz­lich ver­schwun­den. Ich hat­te ihn über­all gesucht, aber ich konn­te ihn ein­fach nicht fin­den. Erschöpft und trau­rig fiel ich in mein Bett. Auch am nächs­ten Mor­gen blieb Mira­ku­li weg. Ich ging zur Schu­le, in der Früh­stücks­pau­se pack­te ich mein Brot aus. Und da kam die gro­ße Über­ra­schung. In mei­ner Brot­do­se lag Mira­ku­li, mein klei­nes sym­pa­thi­sches Socken­mons­ter! Es seufz­te müde: „Das war lecker!“ Erleich­tert sag­te ich zu Mira­ku­li: „Ich habe dich über­all gesucht!“ Das klei­ne grü­ne Socken­mons­ter ent­geg­ne­te: „Ent­schul­di­ge viel­mals, aber ich habe mich in dei­nem Schul­ran­zen ver­lau­fen und irgend­wann die­ses lecke­re Brot ent­deckt.“ Plötz­lich fiel mir ein, dass es bes­ser wäre, wenn Mira­ku­li in der Schu­le im Unter­richt nicht gese­hen wür­de. „Dich darf nie­mand sehen!“, flüs­ter­te ich ent­setzt. Und da war es schon pas­siert. Mei­ne neu­gie­ri­ge Freun­din Leni beug­te sich über Mira­ku­li und frag­te: „Was ist das denn für ein lus­ti­ges Ding?“ Mira­ku­li beweg­te sich. Leni erschrak: „Das bewegt sich ja!“. Ich woll­te, dass mein klei­nes Mons­ter unent­deckt und mein Geheim­nis blieb. Doch plötz­lich beweg­te sich Mira­ku­li erneut und Leni schrie aber­mals: „Das klei­ne Ding bewegt sich ja!“ Ich ver­such­te es noch­mal mit „Quatsch!“. Nach vie­lem „Doch“ und „Nein“ und Lenis „natür­lich hat es sich bewegt!“, lenk­te Leni ein: „Naja, viel­leicht habe ich mich auch nur verguckt!“

In wen hast du dich ver­guckt?“, hör­te ich plötz­lich eine Stim­me hin­ter mir. Auf ein­mal stand Frau Stieß­mei­er hin­ter uns. Die gan­ze Klas­se schau­te neu­gie­rig zu uns her­über. Leni guck­te mich hil­fe­su­chend an. In der Klas­se war es mucks­mäus­chen­still gewor­den. In die Stil­le hin­ein brüll­te plötz­lich ein Jun­ge: Da, ihh, guckt mal, da ist eine mega – fet­te und dicke Spin­ne!“ Der Jun­ge zeigt auf etwas Haa­ri­ges, das schnell über mei­nen Tisch husch­te. Alle Kin­der rann­ten schrei­end aus der Klas­se her­aus, alle Kin­der, bis auf Leni und mich. Denn wir kann­ten die mega-fet­te und dicke Spin­ne. Es war Mira­ku­li, die sich auf­ge­plus­tert hat­te. Vor­sich­tig nahm ich das klei­ne Socken­mons­ter in mei­ne Hän­de und pack­te es in mei­nen Schul­ran­zen zurück.

Puh!“ Das war knapp!“, sag­te Leni. Aber was, um Him­mels wil­len, was ist das denn?“ „Das ist mein Socken­mons­ter Mira­ku­li.“ Aus dem Ran­zen füg­te Mir­ku­li hin­zu: „Ja, ein Socken­mons­ter, von der lie­be­ren Art!“

Du spinnst“, grins­te mich Leni an, und gemein­sam ver­lie­ßen wir die Klasse.

Posted on: 27. September 2021 | Author: Schulleitung
Categories: Schule

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner